Warum PDFs in XRechnung umwandeln?
Eine PDF-Rechnung ist im rechtlichen Sinne keine E-Rechnung — sie ist ein Abbild davon. Für Aufträge der öffentlichen Hand in Deutschland ist die XRechnung seit November 2020 verpflichtend, und die Portale weisen PDFs schlicht zurück. Im B2B vollzieht sich dieselbe Umstellung über das Wachstumschancengesetz: Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes deutsche Unternehmen strukturierte E-Rechnungen empfangen können, ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz sie ausstellen, und ab dem 1. Januar 2028 alle übrigen.
Das Umwandeln ist die praktische Brücke. Die meisten Unternehmen erzeugen ohnehin schon eine PDF aus ihrer bestehenden Software; diese Daten in XRechnung-XML zu überführen, erfüllt die Anforderung heute — ohne dass Sie zuerst Ihr Buchhaltungssystem austauschen müssen.
XRechnung oder ZUGFeRD?
Beide sind deutsche EN-16931-Formate und beide erfüllen die Pflicht, sie sind aber unterschiedlich aufgebaut. Die XRechnung ist reines XML — das Format, das öffentliche Auftraggeber in Deutschland verlangen, und die sichere Wahl, wenn ein Kunde ein Format nennt. ZUGFeRD ist ein Hybrid-PDF/A-3, das dieselben Daten unsichtbar in einer normal aussehenden Rechnungs-PDF mitführt, was im privatwirtschaftlichen B2B oft einfacher ist, weil der Empfänger sie weiterhin einfach lesen kann. aiDoks erzeugt beide aus einem Formular — die Entscheidung ist also nicht endgültig.
Gut zu wissen
- Die Leitweg-ID ist nicht optional — öffentliche Auftraggeber vergeben sie mit der Bestellung, und die XRechnung verlangt sie im Feld Buyer reference (BT-10). Eine fehlende Leitweg-ID (BR-DE-15) ist der Klassiker unter den Ablehnungen beim ersten Versuch.
- UBL oder CII — beides ist eine gültige XRechnung; nehmen Sie, was das Portal des Empfängers dokumentiert. Im Zweifel ist UBL die weiter verbreitete der beiden Varianten.
- Gutschriften werden unterstützt — derselbe Ablauf erzeugt auch XRechnung-Gutschriften, nicht nur Rechnungen.
- Vor dem Versand validieren — der kostenlose Validator prüft jede XRechnung (Ihre eigene oder die eines Lieferanten) gegen das offizielle KOSIT-Schematron und nennt die genauen Regel-IDs.
Der empfohlene Ablauf
Wandeln Sie das PDF um, prüfen Sie die erkannten Daten (kontrollieren Sie USt-IdNr. und Summen — Fehler bei Kennungen sind die häufigste Ablehnungsursache), tragen Sie die Leitweg-ID ein, laden Sie die XRechnung herunter und lassen Sie sie erneut durch den kostenlosen Validator laufen, falls Sie etwas von Hand geändert haben. Dann stellen Sie sie zu: Upload im Portal des Auftraggebers (ZRE oder OZG-RE beim Bund, sonst ein Landesportal), Versand über PEPPOL oder Übergabe an Ihre Buchhaltungssoftware.